Ja ihr habt richtig gehört.
Gestern auf der Games Convention wurde die Katze aus dem Sack gelassen.
Jowood, ein österreichischer Spielepublisher der sich durch hochqualitative Titel wie u.a. Söldner, Gothic 3 und Die Gilde 2 einen Namen in der Branche gemacht hat, lässt das Addon zum geplatzen Spielehit Gothic 3 in Indien entwickeln. (Man beachte bitte etwas die Ironie)
Nachdem man sich von den Erfindern der Gothic Reihe (Piranha Bytes) getrennt hatte und die Lizenzen gleich mitnahm vergab man die Entwicklung des Nachfolgers Gothic 4 an die Spellbound Entertainment AG. Soweit so gut. Kurze Zeit später kündigte man auch ein Addon zu Gothic 3 an das den Bogen zu Gothic 4 schlagen sollte. Das Entwicklunsstudio hielt man jedoch geheim. Bis gestern! Nun sollen es die fast gänzlich unbekannten Trine Game Studios aus Indien richten.
Ich frage mich nun ob man Jowood wirklich richtig nachgedacht hat oder nur die niedrigen Kosten der Entwicklung mit dem möglichen Gewinn des Addons verglichen hat. Zwar holt Indien gerade was die Gehälter im IT Bereich angeht mit großen Schritten auf, der unterschied zu unseren Breiten ist aber noch immer enorm.
Gegen die Inder als solches kann man auch nichts sagen. Das sind meist nette und aufgeschlossene Leute. Nur wie wollen die das Setting von Gothic verstehen, transportieren und weiterentwickeln? Gothic spielt annähernd im europäischen Mittelalter. Doch selbst ohne umfangreiche geografische Kentnisse weiss man das Indien nicht viel mit Europa zu tun hat.
Was am Ende bleibt ist zumindest für mich ein fader Beigeschmack und die Hoffnung das die Marke Gothic nich nochmal so gegen die Wand gefahren wird wie mit dem dritten Teil. Der beste Fall wäre nämlich wenn mit dem neuen Risen und der Forsetzung von Gothic zwei hervorragende Rollenspiele an den Markt kämen.